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<title>Homomonument</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Homomonument</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das <b>Homomonument</b> ist ein Denkmal im Zentrum von <a href="Amsterdam" title="Amsterdam">Amsterdam</a> bei der <a href="Westerkerk_(Amsterdam)" title="Westerkerk (Amsterdam)">Westerkerk</a> am Westermarkt. Es wurde 1987 nach einem Entwurf der niederländischen Künstlerin <a href="Karin_Daan" title="Karin Daan">Karin Daan</a> (* 1944) errichtet und ist allen <a href="Homosexualit%C3%A4t" title="Homosexualität">homosexuellen</a> Menschen gewidmet, die aufgrund ihrer <a href="Sexuelle_Orientierung" title="Sexuelle Orientierung">sexuellen Orientierung</a> unterdrückt oder ermordet wurden und werden sowie jenen, die aktiv gegen Hass und Unterdrückung und für Freiheit und Gleichberechtigung eintreten. Es ist weltweit das erste <a href="Monument" class="mw-redirect" title="Monument">Monument</a> dieser Art.<sup id="cite_ref-gaynews2003_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-gaynews2003-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gesamtsymbolik">Gesamtsymbolik</h2></div>

<p>Das Monument besteht aus drei <a href="Gleichseitiges_Dreieck" title="Gleichseitiges Dreieck">gleichseitigen Dreiecken</a> mit einer Seitenlänge von 10&nbsp;Metern, welche aus poliertem rosa <a href="Granit" title="Granit">Granit</a> gefertigt sind und in einiger Entfernung voneinander platziert sind. Linien aus Pflastersteinen verbinden die Winkel zu einem großen gleichseitigen Dreieck mit einer Seitenlänge von 36&nbsp;Metern. Zwischen diesen Winkeln spielt sich das alltägliche Leben ab, auch die Straße entlang der <a href="Keizersgracht" title="Keizersgracht">Keizersgracht</a> führt durch das Monument und es kann passieren, dass man es nicht als Gesamtwerk wahrnimmt. Diese offene Anordnung unterstreicht auch die Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft.<sup id="cite_ref-glbtq-2_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-glbtq-2-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Gestaltung des Denkmals als rosa gleichseitiges Dreieck bezieht sich auf den <a href="Rosa_Winkel" title="Rosa Winkel">Rosa Winkel</a>, den <a href="Homosexuelle_w%C3%A4hrend_der_Zeit_des_Nationalsozialismus" class="mw-redirect" title="Homosexuelle während der Zeit des Nationalsozialismus">bi- und homosexuelle Insassen</a> als <a href="Kennzeichnung_der_H%C3%A4ftlinge_in_den_Konzentrationslagern" title="Kennzeichnung der Häftlinge in den Konzentrationslagern">Kennzeichnung in den Konzentrationslagern</a> tragen mussten. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden alleine im Gebiet des <a href="Altreich_(Deutschland)" class="mw-redirect" title="Altreich (Deutschland)">Altreiches</a> mehr als 50.000 Jugendliche und Männer nach <a href="%C2%A7_175" class="mw-redirect" title="§ 175">§&nbsp;175</a> verurteilt,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 10.000 bis 15.000<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wurden, oft im Anschluss an ihre Haft, in Konzentrationslager eingewiesen und etwa 53&nbsp;% von diesen kamen ums Leben. Nach der <a href="Geschichte_der_Niederlande#Zweiter_Weltkrieg" title="Geschichte der Niederlande">Besetzung der Niederlande</a> am 10. Mai 1940 erließ <a href="Arthur_Sey%C3%9F-Inquart" title="Arthur Seyß-Inquart">Arthur Seyß-Inquart</a> als Reichskommissar für die Niederlande am 3. August 1940 eine Verordnung über „die Bestrafung der unnatürlichen Unzucht“, welche erstmals seit 1811 einfache Homosexualität wieder unter Strafe stellte und eine Strafe von maximal vier Jahren Gefängnis vorsah.<sup id="cite_ref-gaynews2003_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-gaynews2003-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Allerdings wurden in den Niederlanden während der deutschen Besatzung wesentlich weniger Homosexuelle verfolgt als in den unmittelbaren Nachkriegsjahren. Es sind keine Fälle bekannt, in denen Niederländer aufgrund ihrer Homosexualität in Konzentrationslager deportiert geschweige denn ermordet wurden.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den 1970er Jahren wurde dann in der zweiten Welle der europäischen Schwulenbewegung der einst negativ besetzte Rosa Winkel zu einem Symbol für Emanzipation und Selbstbewusstsein.<sup id="cite_ref-glbtq-1_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-glbtq-1-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seitdem sich ab den 1990ern die farbenprächtige <a href="Regenbogenfahne" title="Regenbogenfahne">Regenbogenfahne</a> auch in Europa verbreitete, schwindet das Wissen um den Rosa Winkel und seine Bedeutung muss heute wieder häufiger erklärt werden.<sup id="cite_ref-gaynews2003_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-gaynews2003-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Monument soll ausdrücken, dass sich das Vergangene nicht wiederholen darf und mahnt zur Wachsamkeit. Es ist aber auch all jenen homosexuellen Männern und Frauen gewidmet, die jemals oder noch immer von Regierungen, denen sie nicht ins Konzept passen, unterdrückt und ermordet wurden und werden. Gleichzeitig ehrt es auch alle Schwulen und Lesben, welche für die Freiheit und Gleichheit all jener Menschen gekämpft haben, deren <a href="Sexuelle_Orientierung" title="Sexuelle Orientierung">sexuelle Orientierungen</a> und <a href="Sexualpr%C3%A4ferenz" title="Sexualpräferenz">Präferenzen</a> von der <a href="Soziale_Norm" title="Soziale Norm">sozialen Norm</a> abweichen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_einzelnen_Winkel">Die einzelnen Winkel</h2></div>



<p>Einer der Winkel bildet Stufen zur und eine Plattform über der <i>Keizersgracht</i>, der zweite ist ein Podium und der dritte eben im Boden eingelassen. Die Ecken des sich ergebenden großen Winkels sind bewusst auf bestimmte Punkte in der Stadt ausgerichtet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Stufen_–_Gegenwart"><span id="Stufen_.E2.80.93_Gegenwart"></span>Stufen – Gegenwart</h3></div>
<p>Die Stufen an der <i>Keizersgracht</i> symbolisieren die Gegenwart und weisen zum <i><a href="Nationalmonument_(Amsterdam)" title="Nationalmonument (Amsterdam)">Nationalmonument</a></i> am <i><a href="Dam_(Platz)" class="mw-redirect" title="Dam (Platz)">Dam</a></i>, einem zentralen Platz in Amsterdam. Es ist ein Mahnmal für die Opfer der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und Monument der Befreiung und des Friedens. Deshalb steht es jährlich am 4. Mai, dem niederländischen <a href="Volkstrauertag" title="Volkstrauertag">Volkstrauertag</a>, im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Podest_–_Zukunft"><span id="Podest_.E2.80.93_Zukunft"></span>Podest – Zukunft</h3></div>
<p>Das etwa 60&nbsp;Zentimeter hohe Podest symbolisiert die Zukunft und deutet mit der Ecke des großen Dreiecks in Richtung des Hauptsitzes der <a href="LGBT" title="LGBT">LGBT</a>-Organisation <a href="COC_Nederland" title="COC Nederland">COC Nederland</a> in der Rozenstraat, welche 1946 gegründet wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ebene_–_Vergangenheit"><span id="Ebene_.E2.80.93_Vergangenheit"></span>Ebene – Vergangenheit</h3></div>
<p>Der zwischen die Pflastersteine gelegte Winkel symbolisiert die Vergangenheit und weist mit einer Ecke auf das <a href="Anne-Frank-Haus" title="Anne-Frank-Haus">Anne-Frank-Haus</a>, in dem sich das jüdische Mädchen <a href="Anne_Frank" title="Anne Frank">Anne Frank</a> versteckt hielt. Sie wurde entdeckt und kurz vor Kriegsende von den Nationalsozialisten ermordet. Heute sind ein Museum und ein Dokumentationszentrum darin untergebracht, die sich aktiv gegen Faschismus, Intoleranz und rassistische Diskriminierung einsetzen. In dieser Ecke ist eine Verszeile aus dem 1917 veröffentlichten Gedicht <i>Aan eenen jongen visscher</i> eingraviert: <i>Naar vriendschap zulk een mateloos verlangen</i>. Der Text stammt von <a href="Jacob_Isra%C3%ABl_de_Haan" title="Jacob Israël de Haan">Jacob Israël de Haan</a> (1881–1924) und drückt die Haupttriebkraft zwischenmenschlicher Beziehungen aus. Die <a href="Schriftart" title="Schriftart">Schriftart</a> dazu wurde eigens vom <a href="Typografie" title="Typografie">Typografen</a> Frank Blokland geschaffen.
</p><p>De Haan lebte schon zur damaligen Zeit recht offen schwul. Seine erste Novelle <i>Pijpelijntjes</i> veröffentlichte er 1904 und erzählte darin nur leicht verschleiert sein eigenes <a href="Promiskuitiv" class="mw-redirect" title="Promiskuitiv">promiskuitives</a> schwules Leben mit <a href="Arnold_Aletrino" title="Arnold Aletrino">Arnold Aletrino</a> im Amsterdamer Arbeiterviertel <a href="De_Pijp" title="De Pijp">De Pijp</a>. Das Buch war Aletrino gewidmet und die <a href="Spitzname" title="Spitzname">Spitznamen</a> der zwei Hauptfiguren waren dieselben wie im realen Leben. Aletrino und die Verlobte von de Haan kauften fast alle Exemplare auf, um einen Skandal zu vermeiden, in den beide verwickelt gewesen wären. De Haan schrieb die Novelle um, verwendete neue Spitznamen und veröffentlichte sie ohne Widmung. Er verlor seine Stellen als Grundschullehrer und Journalist der sozialistischen Tageszeitung <i><a href="Het_Vrije_Volk" title="Het Vrije Volk">Het Volk</a></i>. 1908 schrieb er seine zweite Novelle <i>Pathologieën</i> und danach vor allem jüdische und schwule <a href="Poesie" title="Poesie">Poesie</a>. De Haan wurde 1924 im Auftrag der zionistischen <a href="Hagana" title="Hagana">Hagana</a> in Palästina ermordet, weil er gegen aggressiven <a href="Zionismus" title="Zionismus">Zionismus</a> war und eine friedliche Lösung bevorzugte. In der jüdischen Öffentlichkeit in Palästina gab es damals auch die Erzählung, dass Araber, mit deren Kindern de Haan ein Verhältnis gehabt habe, für den Mord verantwortlich seien, was sein Mörder Jahrzehnte später <a href="Jacob_Isra%C3%ABl_de_Haan#Ermordung_und_posthume_Bewertungen" title="Jacob Israël de Haan">widerlegte</a>. De Haan ist heutzutage eine Symbolfigur, sowohl für Homosexuelle in den Niederlanden, als auch für orthodoxe Juden in Israel.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Aan_eenen_jongen_visscher_/_An_einen_jungen_Fischer"><span id="Aan_eenen_jongen_visscher_.2F_An_einen_jungen_Fischer"></span>Aan eenen jongen visscher / An einen jungen Fischer</h4></div>
<div lang="nl" style="float:left; margin-right:2em;" class="poem">
<p>Rozen zijn niet zoo schoon als uwe wangen,<br>
Tulpen niet als uw bloote voeten teer,<br>
En in geen oogen las ik immer meer<br>
<span class="hintergrundfarbe5">Naar vriendschap zulk een mateloos verlangen.</span><br>
<br>
Achter ons was de eeuwigheid van de zee,<br>
Boven ons bleekte grijs de eeuwige lucht,<br>
Aan 't eenzaam strand dwaalden alleen wij twee,<br>
Er was geen ander dan het zeegerucht.<br>
<br>
Laatste dag samen, ik ging naar mijn Stad.<br>
Gij vaart en vischt tevreden, ik dwaal rond<br>
En vind in stad noch stiller landstreek wijk.<br>
<br>
Ik ben zóo moede, ik heb veel liefgehad.<br>
Vergeef mij veel, vraag niet wat ik weerstond<br>
En bid dat ik nooit voor uw schoon bezwijk.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</div>
<div style="float:left;" class="poem">
<p>Rosen sind nicht so schön wie Deine Wangen,<br>
Tulpen nicht wie Deine nackten Füße zart,<br>
Und in keinen Augen las ich jemals mehr<br>
<span class="hintergrundfarbe5">Nach Freundschaft solch ein maßloses Verlangen.</span><br>
<br>
Hinter uns war die Ewigkeit der See,<br>
Über uns bleichte grau die ewige Luft,<br>
Am einsamen Strand wanderten nur wir zwei,<br>
Da war nichts anderes als das Meeresrauschen.<br>
<br>
Letzter Tag zusammen, ich ging in meine Stadt.<br>
Du fährst und fischst zufrieden, ich irre herum<br>
Und finde weder in Stadt noch stillerem Landstrich Zuflucht.<br>
<br>
Ich bin so müde, ich habe viel geliebt.<br>
Vergib mir viel, frag nicht wem ich widerstand<br>
Und flehe, dass ich niemals deiner Schönheit erliege.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</div>
<div style="clear:left"></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung_und_Feierlichkeiten">Verwendung und Feierlichkeiten</h2></div>


<p>An den Stufen werden vor allem Blumen zum Gedenken niedergelegt und das Podest wird von den Menschen als Treffpunkt<sup id="cite_ref-glbtq-1_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-glbtq-1-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder auch als Bühne bei Veranstaltungen genutzt.<sup id="cite_ref-gaynews2003_1-3" class="reference"><a href="#cite_note-gaynews2003-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Jedes Jahr am 4. Mai, dem nationalen Totengedenktag, wird der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Dazu versammeln sich Vertreter politischer Parteien, gesellschaftlicher Organisationen, des Militärs, der Polizei, Würdenträger und Bürger und legen Kränze nieder. Im Gegensatz dazu wird an diesem Platz am 5. Mai, dem <i>Bevrijdingsdag</i> („Befreiungstag“), und am 27. April, dem <i><a href="Koningsdag" title="Koningsdag">Koningsdag</a></i>, ausgelassen gefeiert.
</p><p>Es ist das weltweit bekannteste und am meisten bewunderte Denkmal dieser Art. Auch individuell wird es genutzt. Schwule und Lesben aus aller Welt legen während des ganzen Jahres Blumen im Gedenken an verstorbene Partner und Freunde nieder; sie tanzen darauf, fotografieren oder umarmen sich an diesem Platz.<sup id="cite_ref-gaynews2003_1-4" class="reference"><a href="#cite_note-gaynews2003-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-glbtq-2_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-glbtq-2-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit 1988 existiert eine Informationstafel in den Sprachen Niederländisch, Englisch und Französisch. Wegen der internationalen Bekanntheit des Monuments wurde sie später um die Sprachen Deutsch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Türkisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch und Hebräisch erweitert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehungsgeschichte">Entstehungsgeschichte</h2></div>
<p>Die Idee für ein öffentliches Denkmal, um aller bi- und homosexuellen Kriegsopfer und der Verfolgung zu gedenken, gab es bald nach dem Krieg, sie wurde aber erst konkreter, als Sichtbarkeit ein politisches Ziel für viele Schwule und Lesben wurde. Die ersten Träume über ein „Monument für den unbekannten Homosexuellen“ wurden 1961 von <a href="Jef_Last" title="Jef Last">Jef Last</a> unter dem Pseudonym <i>Ohira</i> niedergeschrieben.<sup id="cite_ref-gaynews2003_1-5" class="reference"><a href="#cite_note-gaynews2003-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 4. Mai 1970 hatten LGBT-Aktivisten vor dem Nationalmonument am <i>Dam</i> einen Kranz aus <a href="Lavendel_(Gattung)" title="Lavendel (Gattung)">Lavendel</a> niedergelegt (→<a href="Violett#Violett_in_Alltag_und_Kultur" title="Violett">Symbolik von Violett</a>). Dieser wurde aber von der Polizei entfernt, als Schändung bezeichnet und die Aktivisten inhaftiert. Während der 1970er wurden solche Aktionen mit unterschiedlichem Erfolg wiederholt. Zeitlich fallen diese und die folgenden Ereignisse auch mit weltweit vereinzelten Initiativen zur Erforschung der Verfolgung Homosexueller während des Nationalsozialismus in den 1970ern und einer beginnenden breiteren historischen Aufarbeitung ab den 1980ern zusammen.
</p><p>Im Mai 1979 startete mit einem offenen Brief des Homo-Aktivisten und Mitglieds der <i><a href="Pacifistisch_Socialistische_Partij" title="Pacifistisch Socialistische Partij">Pacifistisch Socialistische Partij</a></i> Bob van Schijndel (* 1945) an den Bürgermeister eine konkrete Initiative für ein eigenes Denkmal. Manche Mitglieder des Stadtparlaments sprachen sich dagegen aus, aber durch eine Koalition verschiedener Organisationen der niederländischen <a href="Lesben-_und_Schwulenbewegung" title="Lesben- und Schwulenbewegung">Lesben- und Schwulenbewegung</a> gelang es, das Stadtparlament umzustimmen. Auch internationale Unterstützung stellte sich ein. Im Herbst desselben Jahres wurde die Stiftung <i>Homomonument</i> gegründet. Die Gemeinde bestimmte einen Platz, wo das Denkmal stehen durfte. 1980 startete ein durch das Stadtparlament abgesegnetes Komitee, dem Vertreter der verschiedenen LGBT-Organisationen, Mitglieder der Stadtverwaltung und Design-Fachleute angehörten, einen Wettbewerb. Die Jury entschied sich 1981 für den Vorschlag der Künstlerin <a href="Karin_Daan" title="Karin Daan">Karin Daan</a> (* 1944). Es dauerte aber noch einige Zeit, bis Geld für den Bau gesammelt war. Umgerechnet 180.000 Euro wurden meist von Einzelspendern zur Verfügung gestellt sowie durch Benefizveranstaltungen gesammelt. Firmen wollten ihren Namen nicht mit dem Projekt in Verbindung bringen. Die große <i>Nacht voor het Ochtendgloren</i> („Nacht vor der Morgendämmerung“) am 7. Dezember 1986 im <i><a href="Concertgebouw_(Amsterdam)" title="Concertgebouw (Amsterdam)">Concertgebouw</a></i> war die letzte Spenden-Veranstaltung. Wenige Tage später genehmigte das Stadtparlament die fehlenden 50.000 Euro und am 28. April 1987 erfolgte die Grundsteinlegung durch Mini Luimstra-Albeda, dem christdemokratischen Stadtrat für Kunst. Eingeweiht wurde das Denkmal am 5. September 1987, 100 Monate nach der ersten Initiative und 100 Jahre nach der Gründung des <a href="Wissenschaftlich-humanit%C3%A4res_Komitee" title="Wissenschaftlich-humanitäres Komitee">Wissenschaftlich-humanitären Komitees</a>, dem historischen Beginn der Schwulen- und Lesbenbewegung.<sup id="cite_ref-glbtq-2_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-glbtq-2-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-glbtq-1_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-glbtq-1-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Gegensatz zu den 1979 vom US-Amerikaner <a href="George_Segal_(K%C3%BCnstler)" title="George Segal (Künstler)">George Segal</a> geschaffenen Skulpturen Gay Liberation, welche an den <a href="Stonewall" title="Stonewall">Stonewall</a>-Aufstand erinnern und in <a href="New_York_City" title="New York City">New York City</a> und <a href="Los_Angeles" title="Los Angeles">Los Angeles</a> aufgestellt wurden, gab es gegen das <i>Homomonument</i> keine Proteste. Dies mag auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein: Das Projekt <i>Homomonument</i> profitierte von der größeren, über mehrere Jahrzehnte gewachsenen allgemeinen Toleranz in Amsterdam. Es verwendet abstrakte Symbole und keine Personenskulpturen, die ethnische und kulturelle Typen darstellen. Zusätzlich waren von Beginn an verschiedene Gruppen der schwul-lesbischen Gemeinschaft involviert. Und zuletzt lebt zwar Daan offen lesbisch, aber dies wurde kein Thema bei der Auswahl, da diese auf einem Wettbewerb basierte, bei dem viele unterschiedliche Personen teilnahmen.<sup id="cite_ref-glbtq-2_2-3" class="reference"><a href="#cite_note-glbtq-2-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein Modell des Homomonuments im Maßstab 1:25 und mit einer Seitenlänge von 160&nbsp;Zentimeter kann im <i><a href="Madurodam" title="Madurodam">Madurodam</a></i> in <a href="Den_Haag" title="Den Haag">Den Haag</a> neben dem Einkaufszentrum <i><a href="Magna_Plaza" title="Magna Plaza">Magna Plaza</a></i> und dem <i><a href="Rijksmuseum" title="Rijksmuseum">Rijksmuseum</a></i> besichtigt werden. Es wurde am 24. Oktober 2006 neben anderen Objekten vom Amsterdamer Bürgermeister <a href="Job_Cohen" title="Job Cohen">Job Cohen</a>, dem 17-jährigen Bürgermeister von <i>Madurodam</i> Maurits van der Donk und dem COC-Vorsitzenden Frank van Dalen eingeweiht. Das Projekt war vom COC initiiert worden und wurde von anderen Homo-Organisationen unterstützt.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zum 20‐jährigen Jubiläum wurde von 9. bis 10. September 2007 gefeiert. Außerdem zeigte die öffentliche Bibliothek von Amsterdam die Ausstellung <i>(Homo-)Monument van Trots</i> („(Homo-)Monument von <a href="Gay_Pride" class="mw-redirect" title="Gay Pride">Stolz</a>“) bis 6. Januar 2008, wo auch verschiedene Fachleute und Besucher aus aller Welt erklärten, was das Monument für sie bedeutet.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Danach ging die Ausstellung auf Tour.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Frankfurter_Engel" title="Frankfurter Engel">Frankfurter Engel</a></li>
<li><a href="Mahnmal_f%C3%BCr_die_schwulen_und_lesbischen_Opfer_des_Nationalsozialismus_in_K%C3%B6ln" title="Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus in Köln">Kölner Rosa Winkel</a></li>
<li><a href="Denkmal_f%C3%BCr_die_im_Nationalsozialismus_verfolgten_Homosexuellen" title="Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen">Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Thijs Bartels: <i>Dansen op het Homomonument</i>. Schorer Boeken, Amsterdam 2003, ISBN 90-73341-17-5. (niederländisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Homomonument_in_Amsterdam?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Homomonument in Amsterdam</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.homomonument.nl">Offizielle Website über das Homomonument</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://home.wanadoo.nl/inspiritus/Homomonument.htm">Homomonument Amsterdam, The Netherlands</a> von Inspiritus</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.monumentvantrots.nl/">Monument van Trots</a> (niederländisch) – Ausstellung zum 20-jährigen Jubiläum</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://sites.nps.nl/jerome/templates/hetrozerijk/welcome.cfm?contentpage=/jerome/index.cfm/site/Hetrozerijk/pageid/99EE47B4-508B-E1CA-3AD57ACBB85FD8B1/objectid/C872153C-D601-40DB-695EF26B7D0C00C2/index.cfm?c=RozeRijkArchief"><i>Homologie</i> – Deel 1: <i>Het Homomonument</i></a> (niederländisch) – mit einem Fernsehbericht, der zwischen 1981 und 1987 entstand (für <a href="Windows_Media_Player" title="Windows Media Player">Windows Media Player</a> oder <a href="RealPlayer" title="RealPlayer">RealPlayer</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-gaynews2003-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-gaynews2003_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gaynews2003_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gaynews2003_1-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gaynews2003_1-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gaynews2003_1-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gaynews2003_1-5">f</a></sup></span> <span class="reference-text">Hans Hafkamp: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gaynews.nl/article04.php?sid=535">Het Homomonument, veel méér dan een vlam voor de onbekende homo</a></i>, 26. September 2003</span>
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<li id="cite_note-glbtq-2-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-glbtq-2_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-glbtq-2_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-glbtq-2_2-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-glbtq-2_2-3">d</a></sup></span> <span class="reference-text">Richard G. Mann: <i> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20080325072403/http://www.glbtq.com/arts/patronage_2.html">Patronage II: The Western World since 1900</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.glbtq.com%2Farts%2Fpatronage_2.html">Originals</a></span> vom 25. März 2008 im </i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a><i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www.glbtq.com/arts/patronage_2.html">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.glbtq.com/arts/patronage_2.html">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.glbtq.com</span></i>, S. 9, 2005, Stand: 11. Dezember 2006. In: Claude J. Summers: <i>glbtq: An Encyclopedia of Gay, Lesbian, Bisexual, Transgender, and Queer Culture</i></span>
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<li id="cite_note-glbtq-1-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-glbtq-1_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-glbtq-1_6-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-glbtq-1_6-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Jason Goldman: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20131005232502/http://www.glbtq.com/arts/homomonument.html"><i>Homomonument</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.glbtq.com%2Farts%2Fhomomonument.html">Originals</a></span> vom 5. Oktober 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www.glbtq.com/arts/homomonument.html">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.glbtq.com/arts/homomonument.html">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.glbtq.com</span>, 2002, Stand: 25. Juni 2005. In: Claude J. Summers (Hrsg.): <i>glbtq: An Encyclopedia of Gay, Lesbian, Bisexual, Transgender, and Queer Culture</i></span>
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<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">52.374444444444</span><span class="longitude">4.8847222222222</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:52.374444444444,4.8847222222222"><span title="Breitengrad">52°&nbsp;22′&nbsp;28″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">4°&nbsp;53′&nbsp;5″&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-g" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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<div>
Normdaten&nbsp;(Geografikum): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/7537439-0">7537439-0</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/239228364/">239228364</a></span> </div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-06-27" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Homomonument&amp;oldid=257415690">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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